Flotte flott nach ISPS zertifiziert
Security nach Plan

Am 1. Juli 2004 tritt der ISPS (International Ship and Port Facility Security)-Code in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen weltweit alle international verkehrenden Schiffe zum Zwecke der Gefahrenabwehr verifiziert sein und das "International Ship Security Certificate" (ISSC) vorweisen können.

Der ISPS-Code wurde als Reaktion auf die Änderungen des SOLAS-Abkommens (Safety of Life at Sea Convention) für präventive Antiterrormaßnahmen im Seeverkehr vom Dezember 2002 eingeführt. Mit dem Ziel, terroristische Bedrohungen gegen die Seeschifffahrt frühzeitig zu erkennen und präventive Abwehrmaßnahmen zu ergreifen. Grundlage der Maßnahmen ist eine allgemeine, schiffsspezifische Gefahreneinschätzung, aus der heraus Gefahrenabwehrpläne entwickelt werden.

In diesen Schiffs-Securityplänen ist genau aufgeführt, welche Vorkehrungen an Bord zur Gefahrenabwehr nötig sind; beispielsweise die Herstellung des Verschlusszustandes sowie eine strenge und eindeutige Zugangskontrolle im Hafen. Ein Schiffs-Securityplan muss u.a. Folgendes enthalten: die Festlegung gesperrter Bereiche und Maßnahmen zur Verhütung von unbefugtem Zugang zu diesen Bereichen an Bord. Ein Verfahren, wie auf Securitybedrohungen und -verletzungen reagiert wird, einschließlich Vorkehrungen für kritische Betriebsabläufe an Bord oder an der Schnittstelle Schiff/Hafen. Außerdem enthält der Plan Vorkehrungen für die Evakuierung eines Schiffes bei einer Sicherheitsbedrohung sowie Aufgaben der Crew im Rahmen der Gefahrenabwehr.

Prüfen und umsetzen

Diese Schiffs-Securitypläne müssen vom Flaggenstaat und der Recognized Security Organization (RSO) geprüft und genehmigt werden. Danach muss der Plan erfolgreich an Bord umgesetzt und durch die RSO auditiert werden. Ist dies erfolgreich geschehen, erhält das Schiff das bereits erwähnte ISSC. Dieses Zertifikat muss den jeweiligen Behörden beim Anlaufen eines Hafens jederzeit vorgelegt werden können.

Die Gefahrenabwehrmaßnahmen an Bord koordiniert der jeweilige Ship Security Officer (SSO). In der Hanseatic Lloyd-Flotte übernimmt jeweils der 1. Offizier, unterstützt durch den Kapitän, diese Position an Bord. Er führt u.a. regelmäßige Inspektionen durch, überwacht die Einhaltung des Schiffs-Securityplans und sorgt dafür, dass beim Laden und Löschen die Securitybelange berücksichtigt werden.

Sein Pendant in der Reederei ist der Beauftragte zur Gefahrenabwehr im Unternehmen (CSO), der dafür verantwortlich ist, dass die Forderungen des ISPS-Code umgesetzt und fortlaufend gepflegt werden. Er ist es auch, der im Vorfeld der Auditierung für jedes Schiff in der Flotte des Unternehmens das Gutachten zur Risikobewertung (Ship Security Assessment - SSA) erstellt und damit die auf das Schiff zutreffenden Gefahrenstufen festlegt.

Mit Leben erfüllen

Die Hanseatic Lloyd-Flotte hat bereits frühzeitig - aufbauend auf die C-TPAT Zertifizierung - mit der Umsetzung des ISPS-Codes begonnen. Anhand der Risikobewertung für jedes einzelne Schiff, erarbeiteten die Hanseatic Lloyd-Verantwortlichen jeweils individuelle Gefahrenabwehrmaßnahmen. Also, was muss an Bord verbessert werden, damit zum Beispiel der Verschlußzustand hergestellt und die Zugangskontrolle effektiv durchgeführt werden können; welche Ausleuchtung nach allen Seiten muss ein Schiff am Liegeplatz haben? Diese Überlegungen flossen in die Ship-Security-Pläne ein, die dann an den Flaggenstaat und von dort an die für den Flaggenstaat zuständige RSO, hier den Germanischen Lloyd (GL), gingen.

Zur Umsetzung der Maßnahmen an Bord erhalten die Nautiker ihre ISPS-Ausbildung auf nationalen Schulungskursen in enger Zusammenarbeit mit der Crewing-Agentur. Sie schult die Besatzungsmitglieder bereits in Lehrgängen, die in den jeweiligen Heimatländern angeboten werden. Inwieweit jedes Besatzungsmitglied eines HLL-Schiffes mit den ISPS-Maßnahmen vertraut ist, ist dann auch Bestandteil des Audits, also der Überprüfung durch die RSO. Diese Verifizierung der genehmigten Pläne fand an Bord der Hanseatic Lloyd-Schiffe in den zurück liegenden Monaten statt. Mit dem Ergebnis, dass alle Schiffe das International Ship Security Certificate ausgehändigt bekamen und nun bereits beim ersten Anlaufen eines US-Hafens eine erste positive Überprüfung dieses Zertifikats durch die US-Behörden vornehmen lassen können. Das Bewusstsein der Crew für die Notwendigkeit der Gefahrenabwehr und die Wachsamkeit an Bord ist - wie sich gezeigt hat - vorbildlich.

Zukünftig wird es an Bord jährlich nebst internen Audits ein "annual company exercise", so genannte Security-Drills, durch den CSO geben. Security-Manöver werden auf jedem Schiff mindestens alle drei Monate durchgeführt. Im zweieinhalbjährigen Intervall folgen dann die externen Verifikationen durch die RSO.

Der ISPS-Code wird von nun an also ein ständiger Begleiter an Bord sein.

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